Geheimcodes

Die Geheimcodes der Crew

stewardess mit microfon in der hand
Stewardess | Foto: Mikhnyuk Galina

Dass Piloten und Crew eine bestimmte Fachsprache benutzen, ist auch uns Passagieren klar. Doch wussten Sie, dass das Personal untereinander bestimmte Codes und Abkürzungen verwendet, um im Gang vor den Passagieren offen sprechen zu können? Das betrifft sowohl alltägliche Situationen und Kommentare über Passagiere, als auch Gefahrensituationen, in denen man die Passagiere nicht verunsichern will.

Wir verraten Ihnen einige dieser Codes, die Sie vielleicht auf Ihrem nächsten Flug hören werden und entziffern können.
Wenn Sie Flugbegleiter untereinander kommunizieren hören, dann werden Ihnen vielleicht diese Begriffe auffallen: PAX, das bedeutet Passagier. Ein weiteres Beispiel: 11 Alpha. Damit ist die Reihe 11 Sitzplatz A gemeint. Konkret in einem Beispiel verfasst: Wenn Sie hören, dass PAX 11Alpha Extensions benötigt, dann bedeutet das, dass der Passagier von Sitzplatz A in Reihe 11 einen Verlängerungsgurt braucht.

Hören Sie während des Boardings, dass von einem HC die Rede ist, dann ist damit der “Headcount”, gemeint, also die Zählung aller Passagiere, Babys ausgenommen.

Privatgespräche entlarvt

Bei der enormen Anzahl an Personen, die Flugbegleiter tagtäglich abfertigen, ist es normal, dass auch der eine oder andere Passagier mit einem Kommentar bewertet wird. Das kann sowohl das Aussehen als auch das Verhalten der Passagiere betreffen. So erlauben Flugbegleiter einen kleinen Einblick in den Alltag und erklären anhand eines Beispiels, wie sie untereinander darauf hinweisen, wenn sie einen Reisenden auf einem bestimmten Platz (in diesem Fall 7D) gut finden. “Wahrscheinlich werde ich 7 Tage in Dänemark verbringen.” Sitzt die Person auf Platz 5A, dann ändert sich der Plan auf 5 Tage in Amerika.

Stewardess lachen im Flugzeug
Stewardessen lachen | RUBEN M RAMOS

Allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass alle Flugbegleiter den gleichen Code verwenden. Anscheinend ist es unter deutschen Flugbegleitern nicht üblich, diese Art der geheimen Sprache zu verwenden. Viel mehr sagen hier Blicke mehr als Worte, wenn man den Kollegen andeuten möchte, dass sich ein Passagier unangebracht verhält.

Diskutiert wird dann anschließend in der “Galley”, das ist der offizielle Begriff für Bordküche. Hier kann schon mal direkt der eine oder andere Kommentar über die Passagiere fallen.

Tote haben eigene Namen

Was hingegen eher üblich ist (wenn es eintrifft), ist die Bezeichnung für einen toten Passagier. Hier wird im englischsprachigen Raum vom Passagier “Jim Wilson” gesprochen. Im deutschsprachigen Raum ist hingegen von “Hugo” die Rede. Das betrifft sowohl den Transport von Leichen, als auch von Personen, die während des Fluges verstorben sind (Hugo = human gone oder heute unerwartet gestorbenes Objekt). Ist von einem HR die Rede, dann handelt es sich auf der ganzen Welt von “Human remains” also sterblichen Überresten.

Codes für Gefahrensituationen

Neben den Abkürzungen und Synonymen gibt es auch bestimmte Codes, die auf akute oder ernsthafte Gefahren hindeuten. Anhand von vierstelligen Codes, welcher von der Crew abgegeben wird, erhalten die Fluglotsen Informationen wie es um den Flug und die Situation steht.

Einige Beispiele

7500: (seven-five) If you feel a knife – Flugzeug wurde entführt

7600: (seven-six) If you hear nix: Kein Funkverkehr

7700: (seven-seven) If you go to heaven: Notfall

Dabei sind die Reime besonders wichtig, die als Eselsbrücken fungieren, um sich die Codes besser einprägen zu können, damit sich die Piloten besser daran erinnern können.
Für letztere Codes hoffen wir, dass Sie als Passagier diese niemals direkt im Flugzeug mitbekommen. Was allerdings die privaten Gespräche betrifft, wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung beim Lauschen.

passagier im flugzeug dreht sich um mit handy in der hand
Foto: La Bella Studio

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