Niedrige Kerosinpreise aber kein Preisnachlass?

Passagierflugzeug Beladung mit Gepck und Betankung Die Deutschen reisen immer mehr und immer mehr Flugverbindungen werden weltweit angeboten. Trotz der steigenden Zahl der Angebote steigt die Anzahl der günstigen Tickets nicht. Dabei ist der Kerosinpreis in den letzten Monaten deutlich gesunken. Die Frage, die viele Reisende dabei interessiert ist: Merkt der Verbraucher etwas von dieser Entwicklung und wird das Fliegen in den nächsten Monaten günstiger?

Kalkulatorisch gesehn

Laut einer Untersuchung kostete das Kerosin im vergangenen Jahr ganze 40 Prozent mehr als im Februar 2016. Bei der Zusammensetzung der Ticketpreise spielt das Kerosin eine nicht unwichtige Rolle, denn er fließt unmittelbar in den Preis mit ein. Es wird geschätzt, dass bei großen Fluglinien 25 Prozent und bei den Billiganbietern gleich 40 Prozent der Kerosinpreise den Betrag für das Flugticket ausmachen. Am meisten lohnt sich die aktuelle Preisentwicklung in den vereinigten Staaten, da in US-Dollarn abgerechnet wird.

Fällt die Entwicklung des günstigen Kerosins denn auch bei den Ticketpreisen auf ? Ja und Nein

Wie eine Tendenz zeigt, gingen die Tarife im weltweiten Vergleich fast 5 Prozent zurück. So konnte beispielsweise bei innerdeutschen Flügen ein Preisunterschied zwischen 50 und 100 Euro festgestellt werden. Allerdings stellte sich heraus, dass die Preise für internationale Flüge konstant geblieben sind. Vor allem bei Fluggesellschaften, die nur eine besonders gefragte Verbindung bedienen sind die Preise weiterhin teuer.

Was passiert also mit der Differenz zwischen niedrigen Kerosinpreisen und den weiterhin relativ unveränderten Ticketpreisen?

Momentan gibt keine Fluggesellschaft ihre Ersparnisse vollständig preis. Allerdings kann man davon ausgehen, dass dank der gesunkenen Ölpreise die Netto-Erlöse pro Sitz einiger Fluggesellschaften gestiegen sind. So kann zum Beispiel Lufthansa einen Rekordgewinn verbuchen. Und die Tendenz steigt weiter nach oben. Für das laufende Jahr will die Kranichgesellschaft ganze 800 Millionen Euro weniger für Kerosin ausgeben als für das vergangene Jahr. Weiters werden die steigenden Gewinne der Fluggesellschaft in die Ausweitung der Flotten investiert, sowie in die Ausschüttung der Dividenden und Mitarbeiterprämien.

Wie sich die aktuelle Situation auf die Ticketpreise auswirkt entscheiden weiterhin Angebot und Nachfrage

Zum Schutz des Verbrauchers darf allerdings nur mit dem Endpreis des Tickets geworben werden, welcher bereits zu Beginn der Buchung angezeigt werden muss. Viele Fluggesellschaften geben mittlerweile nicht mehr den Zuschlag der Kerosinkosten bei der Buchung von Flugtickets an und fassen diese Kosten mit anderen Preisbestandteilen zusammen.

Der Verbraucher muss sich also auch weiterhin darauf einstellen, dass er von den sinkenden Ölpreisen bei der Buchung seiner Flugtickets nicht wirklich viel mitbekommt.

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