Warum gibt es im Flugzeug eigentlich keine Fallschirme

Mann mit Fallschirm auf den Rücken, fällt aus dem FlugzeugDarum haben Sie im Flugzeug keinen Fallschirm

Bei der Demonstration der Sicherheitsvorkehrungen an Bord erklärt das Flugpersonal, dass jeder Fluggast unter seinem Sitz eine Schwimmweste findet und wie man diese verwendet. Aber gibt es im Flugzeug ausgerechnet eine Schwimmweste und keinen Fallschirm? Schließlich befindet man sich nicht auf einem Schiff, sondern in einem Flugzeug.

Druckunterschied – Kabinentüren zur öffnen ist so gut wie unmöglich

Die Gründe, warum die Passagiere keine Fallschirme unter den Sitzen haben sind einfach zu erklären. Anders als in den Filmen, lassen sich die Kabinentüren in der Luft so gut wie unmöglich öffnen. Der Druckunterschied ist nämlich so hoch, dass es eine enorme Kraft braucht, um die Türen zu öffnen. Anders hingegen ist es bei Kleinflugzeugen, bei denen der Druckunterschied nur sehr gering ist. Bei Kampfflugzeugen ist ein Schleudersitz oft nur der einzige Ausweg für den Piloten, um sich aus dem Flugzeug zu befreien. Ein Fallschirm ist hier deshalb unerlässlich.

Niedrige Temperaturen und geringer Sauerstoffgehalt

Ein weiterer Grund, warum es sinnlos ist aus einem Passagierflugzeug zu springen ist die Temperatur, die außen herrscht. In einer Reisflughöhe von zehn bis zwölf Kilometern sind die Temperaturen so niedrig, der Sauerstoffgehalt so gering und die Druckverhältnisse so extrem, dass ein Mensch den Sprung ohne einen speziellen Anzug gar nicht überleben könnte.
Deshalb lautet der einzig gute Tipp für die Passagiere, angeschnallt zu bleiben und dem Piloten und dem Flugpersonal zu vertrauen. Schließlich wurde er auch für solche extremen Situationen geschult.

Die Zeit spielt eine entscheidende Rolle

Mann steht mit Schirm auf einem FlugzeugDer Faktor Zeit ist ebenso ein wichtiger Grund dafür, dass Schwimmwesten gegenüber Fallschirmen bevorzugt werden. Hierfür stellen wir eine kleine Rechnung vor. In einem normalen Passagierflugzeug befinden sich bis zu 360 Fluggäste. Durchschnittlich bräuchte jeder Passagier ca. 10 Sekunden bis zum mutigen Absprung. Bei einer Anzahl von 360 Menschen wären das 3.600 Sekunden, also würde es eine Stunde dauern, bis das Flugzeug vollständig evakuiert wäre. Während dieser Zeit dürfte die Maschine nicht unter eine Flughöhe von 700 Metern sinken, sollte sich in einem ruhigen Sinkflug befinden und alle Passagiere müssten ruhig und geordnet im maximal 10 Sekunden-Takt abspringen. Allerdings wäre der Platz zum Anziehen der Westen nicht ausreichend.

Fazit

Für die Schwimmwesten steht, dass die Wahrscheinlichkeit bei einer Notlandung auf Wasser zu treffen fast doppelt so hoch ist, wie auf Land zu treffen. Außerdem kann der Pilot die Landung mehr oder weniger beeinflussen.

Es steht also eindeutig alles für die Ausstattung von Flugzeugen mit Schwimmwesten als eine Ausstattung mit Fallschirmen.

Machen Sie sich keine Sorgen, fliegen ist defintiv sicherer als Autofahren. In diesem Blogbeitrag sind wir auf folgendes Thema eingegangen: wie sicher ist eigentlich fliegen