Elektronikgeräte im Handgepäck verboten

shutterstock_408806641Seit den Anschlägen des 11. September gelten im Flugverkehr zahlreiche neue Sicherheitsvorkehrungen

So sind zum Beispiel neben vielen Gegenständen, die unter anderem ein Sicherheitsrisiko darstellen können, auch Flüssigkeiten im Handgepäck verboten. Getränke oder Kosmetikartikel dürfen nur noch bis zu 100 ml betragen.

Um die Sicherheit der Flugpassagiere weiterhin zu garantieren, dürfen seit kurzem Passagiere nun auch keine größeren Elektronikgeräte mit sich im Handgepäck führen. Das betrifft Direktflüge aus acht Ländern in die USA. Zu diesen Ländern gehören Ägypten, Jordanien, Kuwait, Marokko, Katar, die Türkei, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Während sich Großbritannien diesem Verbot anschließt, plant Deutschland derzeit noch keine derartige Verbote.

Und warum…?

Die Gefahr, die von elektronischen Geräten ausgehen kann, bewies im vergangenen Jahr ein Terrorist der somalischen Al-Shabaab-Miliz, Abdullahi Abdisalam Borleh, der mit einem mit Sprengstoff präparierten Laptop ein Loch in die Außenhülle einer Maschine der dschibutischen Fluglinie Dallo Airlines riss. Glücklicherweise gelanges es dem Piloten damals, das Flugzeug zum Landen zu bringen. Bei dem Anschlag kam nur der Terrorist ums Leben. Dass es bei diesem Unglück keine Opfer gab, liegt nur daran, dass der Flug an diesem Tag Verspätung hatte. Wäre er rechtzeitig gestartet, hätte er zum Zeitpunkt der Explosion seine volle Flughöhe erreicht, was für das Flugzeug und seine Insassen fatale Folgen gehabt hätte.

Aufgrund des Vorfalls und der zukünftigen Sicherheit der Fluggäste, hat die US-Transportsicherheitsbehörde TSA deshalb eine neue Direktive veröffentlicht, welche Passagieren aus den acht oben genannten Ländern elektronische Geräte im Handgepäck verbietet. Für den internationalen Verkehr sind Dubai, Hamad International (Doha), Qatar und Abu Dhabi. Diese gelten als die wichtigsten Flughäfen und internationale Drehkreuze als Verbindung zwischen Amerika, Asien und Ozeanien.

Ob diese Sicherheitsvorkehrungen wirklich das Problem beseitigen ist fraglich: werden elektronische Geräte aufgegeben, werden sie seltener kontrolliert als jene, die im Handgepäck mitgeführt werden.

Im Gegenteil könnte der Transport im Frachtraum weitere Gefahren bergen. Wie Lithium-Ionen-Akkus reagieren können, bewies kürzlich Samsung mit seinen Note-7-Smartphone, welches aufgrund seiner Explosionsgefahr sogar bei Flügen verboten wurde.

Hinter vorgehaltener Hand vermutet man allerdings noch weitere Gründe für die Sicherheitsvorkehrungen. Ein steigender Wettbewerb und ein Kampf gegen arabische Fluggesellschaften könnten auch ein Motiv für diese Änderungen sein. In den vergangenen Jahren gelang es den arabischen Fluglinien große Marktanteile zu gewinnen. Mit einem Laptop-Verbot, würden vor allem Geschäftsleute die Fluglinien meiden, denn aufgrund vertraulicher Daten würden sie ihren Laptop nie einchecken lassen.

Bildurheber – Stockfoto: 408806641Kitch Bain

 

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